Demonstrationsraum, Akademie der bildenden Künste Wien,
2009.
Kuratiert von Elsy Lahner
Teils mit historistischen Architekturelementen, teils mit moderner
Holzverkleidung überzogen, stellt der Demonstrationsraum als Teil der Akademieaula
eine Mischung aus historisch musealem Ausstellungsraum und modernem White
Cube dar. Wie kann man mit einem traditionellen Medium, wie jenem des Tafelbildes,
auf diesen Raum reagieren und einwirken?
Als Reaktion auf diese Raumsituation entstand die fünfteilige Arbeit „Seitenwechsel“
in der die gezeigten Tafelbilder als installative Arbeit, den gesamten Raum
einnehmen und, wie in meinen früheren raumbezogenen Arbeiten, eine Verbindung
zwischen realem und virtuellem Bildraum herstellen sollen.
Zwischen zwei Figuren entspinnt sich ein Netz, das wie eine Spirale den
Raum umfängt und auf diese Weise eine Spannung zwischen den beiden Figuren
erzeugt. Die Bilder, scheinbar frei im gesamten Raum verteilt, umspannen
beinahe alle Wände des Ausstellungsraums. Bildraum und realer Umgebundraum
des Bildes verbinden sich auf diese Weise miteinander. Die Arbeit zeigt
eine Auseinandersetzung zwischen zwei weiblichen Figuren, die auseinanderstreben,
voneinander fliehen. Bei genauerem Hinsehen kippt diese Wahrnehmung: beide
Figuren könnten ebenso Darstellungen einer Person sein, die sich in zwei
Figuren teilt, um gleichsam aus sich selbst heraus zu flüchten.